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Freundschaft: auf Reisen lernt man, wer seine wahren Freunde sind

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Traurig aber wahr

Mein Auslandssemester 2006 in Valencia führte mir das erste Mal vor Augen, wie Freunde mit deinem Fernbleiben umgehen. Mein Reisedrang wurde nicht weniger und im Laufe der Zeit, musste ich wohl oder übel feststellen, dass nicht jeder die Begeisterung für das Reisen teilt.

Was ich niemandem verübeln kann, jeder hat seine Prioritäten und Verpflichtungen, aber ich bin der Meinung, dass auch jeder das tun sollte, was ihn glücklich macht.

Auf, auf und davon

Wann immer ich auf Reisen,  oder längere Zeit an einem anderen Ort war, schrieb ich E-Mails, der ein oder andere kreidete mir dies an und meinte es sei sehr unpersönlich, aber meine Intension war, die die es interessiert über mein Leben zu informieren.  Die, die antworteten bekamen auch meist eine ausführliche Schilderung der Dinge.

Ihr glaubt es nicht, aber in der Heimat steht ihr in ständigem Kontakt zu euren liebsten, eine SMS hier, ein Anruf da, man trifft sich mal schnell auf ein Bierchen, aber sobald ihr die Grenzen verlasst, stellt sich der ein oder andere gut geglaubte Freund als gar nicht mehr so verbunden und vertraut dar.

Ich würde die Daheimgebliebenen in folgende Stereotypen unterteilen:

  • Die begeisterten Verfolger

Es gibt Menschen, die verfolgen jeden Schritt von euch, suchen den nächsten Ort auf der Landkarte und können es kaum erwarten mehr von euren Abenteuern zu erfahren. Wenn sich ihnen die Möglichkeit bietet, würden sie den nächsten Flieger nehmen und euch besuchen kommen. Sie sind jene, die Facebook-Posts kommentieren und „liken“, euch auf Eure E-Mails antworten und in Gedanken bei euch sind.

  • Die Stillschweigenden

Sie lesen fleißig eure Nachrichten und sind ebenso interessiert wie die Verfolger, jedoch haben sie Verpflichtungen und so träumen sie von deinen Abenteuern und wünschen sich, dass sie es vielleicht auch eines Tages leben können.

  • Die Desinteressierten

Sie haben kein Verständnis für dein Tun und verwickeln euch immer wieder in vorwurfsvolle Gespräche: „Werde doch endlich mal Erwachsen! Was soll denn mal aus dir werden? Wie willst du jemals wieder Fuß in der Arbeitswelt fassen? Willst du nicht irgendwann mal eine Familie gründen? Meinst du nicht, du bist langsam zu alt für das umherziehen? Vor was läufst du eigentlich weg? etc.“ kennt ihr, na dann willkommen in meiner Welt.

  • Die Bequemen

Ihr geht auf Reisen und denkt eigentlich, dass euren Freunden was an euch liegt und sie mit euch in Kontakt bleiben wollen. Was sich jedoch als schwierig herausstellt, da sie nicht in der Lage sind die einfachsten Tools, die eine Kommunikation sicherstellen würden, zu installieren. Da wäre ein zwei minütiger Skype Download auf das Endgerät, ein zeitnahes antworten via diverser Messenger Tools, was einen Fluss an zeitnahen Informationen zulassen würde oder auf Nachfragen ein Zeitfenster einräumen, dass der Reisende auf dem Festnetz oder Handy anrufen kann.

Ich kann verstehen, dass Hauruck-Aktionen nicht immer funktionieren, aber nach über einem Jahr, lasse ich keine Ausrede mehr zählen.

  • Die Neider

Eigentlich können sie nichts dafür, sie würden gerne euer Leben leben, aber haben einfach nicht die „Mumm“ den Schritt zu wagen. Sie haben kein Verständnis für eure Reiselust und machen euch auch gerne Vorwürfe, dass ihr sie zurückgelassen habt.

Es ist gar nicht so schwer: Geld ansparen, Ideen entwickeln, Job, Wohnung und alles was dazu gehört kündigen, Flug buchen, Rucksack packen und ab dafür, ausführlichere Infos findet ihr hier.

Freundschaft sollte über die Grenzen hinaus gepflegt werden

Diese genannten Typen beziehen sich auf mein Fernbleiben, sobald ich meinen Fuß nach Deutschland setze, verhalten sich diese Typen relativ unberechenbar und die Grenzen verschieben sich und verschwinden zum Teil, im positiven Sinn versteht sich ;).

Eure Freunde werden sich bestimmt ganz unterschiedlich verhalten, aber oben beschriebenes kann unter Umständen eintreffen, also seid vorbereitet, wenn gut geglaubte Freunde sich zurückziehen oder sogar verstummen. Jeder hat seine eigenen Gründe und ich verurteile auch niemanden dafür, es ist nur einfach schade und in manchen Fällen sehr traurig.

 

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