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Guatemala: Tikal, ich bin ein Star holt mich hier raus

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Frontera Corozal  – Bethel – Flores – Tikal – Semuc Champey – Coban – Flores – Belize City

Wir sind keine Stars aber raus aus dem Dschungel wollten wir trotzdem. Aber nun von Anfang an.

Grenzübergang Mexiko – Guatemala

Von Palenque, Mexiko ging es also per Bus und Boot über den Río Usumacinta nach Flores, Guatemala. In der kleinen mexikanischen Grenzstadt Frontera Corozal wurden wir ja schön abkassiert, von da aus ging es dann ans Ufer und auf ein Longtailboot, dass uns dann ans andere Ufer nach Bethel (Grenzstadt Guatemala) brachte. Dieses mal konnten wir den Grenzposten ohne Aufschlag passierend und fuhren in einem etwas klapprigen Bus nach Flores. Zwischendrin sammelten wir einen Reiseleiter auf, der es schaffte uns Touren zu verkaufen, von denen wir morgens noch nichts wussten, aber wir sollten dies nicht bereuen.

Wer bedenken bezüglich Guatemala hat, sollte mal auf der Seite des Auswärtigen Amts vorbeischauen. Aber wie ihr sehen könnt, hat es uns nicht davon abgehalten.

Flores und die Mayastätte Tikal

Am nächsten Morgen ging es um 3 Uhr morgens von Flores, zur Sunrise Tour, zu den Ruinen von Tikal. Tikal, ist eine der bedeutensten Maya Städte, die in den Regenwäldern des Petén im nördlichen Guatemala liegt. Natürlich war es dunkel und wir bestens vorbereitet, nämlich ohne Taschenlampe und mit uns noch einige andere. Also lief die Gruppe eng zusammengefehrt hinter dem Guide her, der uns darauf aufmerksam machte, dass es wilde Tiere gäbe, diese aber nur einzelne anfallen würden.

Unser Ziel war eine Tempelanlage IV mit vielen Stufen, von der aus wir den Sonnenaufgang bestaunen sollten. Wie ihr euch vorstellen könnt, waren es nicht die letzten Stufen an diesem Tag. Leider versperrten uns die Wolken die Sicht auf die aufgehende Sonne, die morgendliche Ruhe, mit Ausnahme der schreienden Affen, war trotz alledem sehr schön.

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Nach dem Sonnenaufgang führte uns unsere Guide durch die nahegelegenen Ruinen von Tikal und versorgte uns mit ausreichenden Informationen zu den einzelnen Tempeln. Im Anschluss konnten wir die Anlage auf eigene Faust erkunden und nutzen die Zeit für eine ordentliche Brotzeit und um weitere Fotos zu machen. Mehr Infos zur Anlage findet ihr hier.

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Semuc Champey

Am nächsten Tag ging es mit einer weiteren Tour, weiter nach Semuc Champey. Semuc Champey „dort, wo das Wasser verschwindet/sich versteckt“, ist ein Naturschutzgebiet. Mit Antritt unserer Reise hatten wir unsere Rückreise bereits gebucht.

Auf unserer Fahrt lernten wir ein niederländischen Paar und einen Amerikaner mit seinem persönlichen belizianischen Guide kennen und zogen in das selbe Hostal El Portal, nahe Lanquín, inmitten des Dschungels Guatemalas ein.

Am nächsten Tag machten wir uns gemeinsam zu den Wasserterrassen auf. Da Sport ja bekanntlich gesund ist, entschieden wir uns, die oben beschriebene Reisegruppe, fürs laufen. Der Weg ist oneway sehr schön, aber der Rückweg zieht sich wie Gummi. Wenn wir die Möglichkeit gehabt hätten, hätten wir den bezahlten Rücktransport genutzt, aber wie das manchmal ja so ist, wenn man ihn braucht, ist er nicht da.

Aber die Terrassen entschädigten für alles. Wir stürzten uns in die „Wassermassen“ und kletterten die einzelnen Wasserfälle bis zum obersten Becken hinauf und rutschten anschließend auf unseren Hintern, nicht immer ganz souverän, wieder runter. Da wir diese Tour auf eigene Faust machten, hatten wir zu Beginn das Glück dieses Naturschauspiel ohne andere Touristen bewundern zu können.

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Am Abend haben wir unsere letzten Quetzales verspeist, und erfuhren dann von unserer Lodgebesitzerin, dass wir am nächsten Tag nicht wie vereinbart abgeholt werden können. Für sie war der Fall klar, wir bleiben einfach eine Nacht länger, was aber leider nicht möglich war, da wir ja mit Annika in Belize verabredet waren und auch keinerlei Interesse an einer weiteren Nacht im Dschungel hatten. Warum wir nicht abgeholt werden konnte, konnte uns niemand sagen, angeblich war der Bus voll, was uns sehr komisch vorkam, da wir es ja eigentlich vor Anreise alles bestätigt bekommen haben.

Wir hatten umgerechnet noch knapp 2 Euro in der Tasche und findet im Dschungel mal einen Bankautomat: UNMÖGLICH!! Irgendwie mussten wir also schnellstmöglich zurück nach Flores, um nach Belize weiterzureisen, da wir uns dort am übernächsten Tag mit einer Freundin treffen wollten.

Nach wilden Diskussionen, unterstützt durch unseren belizianischen Guide und die Holländer, ergab sich nur eine Möglichkeit für uns, der öffentliche Bus am nächsten Morgen nach Flores.

Morgens um 6 Uhr, starten wir dann doch den Versuch uns heimlich in den Bus der anderen zu setzen, die weiter nach Antigua fuhren, um uns zur nächst „größeren“ Stadt zu fahren, wo wir einen Anschlussbus nach Flores nehmen hätten könnten. Schöne Idee der anderen, alle haben sich extra klein gemacht, aber leider konnten wir uns nicht unsichtbar machen und der Fahrer manövrierte uns im hohen Bogen aus dem Bus. Also waren wir auf uns selbst gestellt, mitten im dunklen Dschungel von Guatemala. Also saßen wir, wie zwei begossene Pudel an einer „Bushaltestelle“, die uns zur nächsten Stadt mitnehmen sollte.

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Public Transport via Coban zurück nach Flores

Unser letztes Geld gaben wir dem Ticketverkäufer, und da saßen wir nun, in einem Bus voller Einheimischer, die alle mit einer Macheten ausgestattet waren und fuhren schweigend die Bergstraßen Guatemalas entlang. Es wäre gelogen, wenn wir sagen würden, wir fühlten uns sicher und wohl. Selbstverständlich waren wir die Attraktion des Buses, blond, gringa, Frau….! Von uns wurde unentwegt gesprochen, und die Blicke, da wir nicht deuten konnten, waren beängstigend.

Wie sich allerdings am Ende rausstellte, waren der Busfahrer und der Ticketverkäufer einfach nur bemüht uns sicher in die nächste Stadt zu bringen. Sie unternahmen sogar einen kleinen Umweg, um uns näher an die Bushaltestelle in Coban zu bringen. Dort angekommen hatten wir unseren Bus nach Flores leider verpasst, der nächste sollte erst 6 Stunden später abfahren. Erneut in einer Stadt, wo wir die einzigen Touristen waren, hieß es warten und geduldig sein.

Somit hatten wir ausreichend Zeit einen Bankautomaten aufzusuchen und in aller Ruhe auf dem Bordstein zu frühstücken.

Den Busbahnhof meideten wir, da wir ununterbrochen angesprochen wurden, und uns jeder überall, sogar bis ans Ende der Welt, mitnehmen wollte. Uns wurden die abenteuerlichsten Routen angeboten um nach Flores zu gelangen, jedoch nicht auf direktem Weg und da wir ja ein bisschen unter Zeitdruck standen und nicht erneut irgendwo sitzen bleiben wollten, entschieden wir uns fürs Warten und den Direktbus, der jedoch erst Stunden später abfahren sollte. So saßen wir also die Stunden ab, bevor wir uns wieder Richtung Busbahnhof aufmachten. Als wir dann endlich im Collectivo bzw. „Chickenbus“ saßen fiel uns ein, dass wir sicher die nächsten 8 Stunden nicht auf Klo gehen könnten, also besuchten wir noch zum Abschluss die wunderschöne Toilette des Busbahnhof, ein Erlebnis.

Schließlich begann unsere Fahrt, ein Bus ausgerichtet für 10 Personen, gefüllt mit der doppelten Anzahl, zwischenzeitlich auch noch mehr, fuhren wir langsam, immer wieder stoppend, da Leute rein oder raussprangen, zwischenzeitlich Kinder schrien, Richtung Flores. 9 Stunden später kamen wir völligst erschöpft, von der Hitze und den Strapazen ausgetrocknet, da wir uns ja nicht trauten zu trinken, in der Abenddämmerung in Flores an.

Müde, aber immer noch verärgert über unsere Travelagency stapften wir in Ihr Büro, um die Situation zu klären und vor allem abzuklären, ob wir am nächsten Tag nach Belize fahren könnten.

Abschließend sei gesagt, wir bekamen unser Geld zurück und fuhren am nächsten Morgen nach Belize.

Flores & Tikal

Semuc Champey

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