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Guyana: Kaieteur Falls & Shell Beach

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Guyana, bitte was? Eines der kleinen Länder oben in Südamerika!?

Nachdem klar war, dass Steffi und ich unterschiedliche Pläne haben, verließ ich Rio und sie blieb. Was sehr komisch war, da wir ja mehr oder weniger 1,5 Jahre ununterbrochen zusammen unterwegs waren.

Rio de Janeiro – Boa Vista

Von Rio ging es via Sao Paulo nach Manaus und weiter nach Boa Vista, wo Tommy schon bei André unserem Couchsurfer Host wartet. Die Airline meines Vertrauens hieß Azul und der Spaß hat mich mit Verspätungen in Summe 816 BRL gekostet und ganze 12 h gedauert.

Am folgenden Tag trafen wir dann auf Joanna, die schon im Hotel Ideal auf uns wartete. Es wurde recherchiert, Geld abgehoben und gewechselt, geshoppt und geschlemmt, wobei Boa Vista nicht wirklich viel bietet. Die Nacht im 3-Bettzimmer kostet uns pro Nase 35 BRL.

Von Boa Vista via Bonfin nach Lethem (Brasilien – Guyana Grenzübergang)

Am folgenden Tag ging es dann mit dem Busunternehmen „Amatur“ von Boa Vista (Brasilien) an die Grenze nach Bonfin. Die Busfahrt in einem sehr komfortablen Bus dauert ca. 1,5 h und kostete 18,50 BRL. Das Taxi zum Busterminal in Boa Vista kostete uns 15 BRL.

An der brasilianischen Grenze wurden wir ausgestempelt und sind dann mit einem Taxi für 20 BRL über die Brücke nach Guyana gefahren. Man kann die ca. 2,5 km wohl auch laufen, aber bei den Temperaturen und unserem Gepäck war uns eher nach einem klimatisierten Vehicle. Unserer Fahrer wartet bis wir alle Formalitäten geklärt hatten und unseren Einreisestempel im Pass hatten. Denkt an euren Impfpass und die Gelbfieber-Impfung. Im Anschluss fuhr er uns nach Lethem und lieferte uns am angeblichen offiziellen Busterminal ab. Es war ca. 11 Uhr und der nächste Bus sollte um 17 Uhr fahren. Also haben wir uns die Zeit mit ein paar Bierchen und leckerem Essen vertrieben, als es dann endlich losgehen sollte, verzögerte sich die Abfahrt um eine weitere Stunde.

Die Fahrt von Lethem nach Georgetown im Minivan kostete uns 12.000 GYD, was $ 60 US entspricht und dauerte in Summe knapp 23 h. Wir legten zwar einen kurzen Schlafstopp in Annai ein, aber wirklich erholsam war das nicht.

Anfänglich dachte ich noch, knapp 550 km kann man doch easy im Mietwagen fahren. Nun ja, Dank nicht vorhandener Autovermietungen war ich am Ende doch ganz froh, da die „Straße“ nicht wirklich befahrbar war, und wir hin und wieder steckengebliebene Autos passierten.

Georgetown

Endlich in Georgetown angekommen, fuhren wir dann vom „Busterminal“, per Taxi zum New Tropicana Hotel, also known as Jerries – all night long. Jerry und sein Team sind super nett und hilfsbereit und wir hatten jede Menge Spaß mit Ihnen, wobei das all night long leider stimmt, es war unerträglich laut, aber hier könnt ihr meine Bewertung auf Tripadvisor nachlesen.

What to do in Georgetown

St. George’s Cathedral, gilt als die höchste Holzkirche der Welt.

Guyana National Museum und weitere Museen

Stabroek Market, hier könnt ihr Lebensmittel, Handwerk, Gold-und Silberschmuck erwerben.

Guyana Botanical Gardens, dieser lädt zu einem netten Spaziergang ein. In den Zoo habe ich es leider nicht geschafft, weitere Highlights.

Demerara-Rum, die Spezialität des Landes, leider waren die Touren ausgebucht.

Nach einer wohltuenden Dusche und etwas Schlaf waren wir dann bereit Georgetown auf eigene Faust zu erkunden, was jedoch nicht so ohne weiteres möglich ist. Ich würde vorsichtig sagen, dass Guyana touristisch wenig erschlossen ist. Als Tourist kann man entweder auf einen der wenigen Plätze in organisierten Touren hoffen, die zum Teil sehr überteuert sind, und Tage/ wochenlang im Voraus ausgebucht sind, oder sich alleine durch die Wildnis schlagen, wovon jeder abrät.

Wir haben stundenlange nach Alternativen gesucht, E-Mails geschrieben, Anrufe getätigt und auf diversen Wartelisten ausgeharrt, und mussten uns am Ende damit abfinden, dass unser Aufenthalt in Guyana länger wurde als geplant.

Banks Brewery
Gruppenbild vorm Stadium

Gruppenbild vorm Stadium

Nichts desto trotz flogen wir zu den Kaieteur Falls und zum Shell Beach, unternahmen eine Banks Brewery Tour inklusive Bier-Tasting, und sahen ein Fußball Spiel im Providence Stadium, in dem 2007 die Cricket Weltmeisterschaft stattfand.

Kaieteur Falls (Halbtagesausflug, World’s Largest Single Drop Waterfall)

Unsere Tour zu den Kaieteur Falls buchten wir direkt am Ogly Flughafen via Air Service für 29.000 GYD, was $ 145 USD entspricht. Abflug war um 13:00 Uhr, der Flug dauerte ca. eine Stunden und vor Ort verbrachten wir knapp zwei Stunden mit einem Guide des National Parks, der uns zu den Aussichtsplattformen führte und mit Informationen versorgte.

Kaieteur FallsDie Kaieteur Falls stürzen sich 247 m, in einer einzigen Stufe über eine Sandsteinklippe, die fast 100 m breit ist, in das atemberaubende Tiefland, welches etwa auf Meeresniveau liegt.

Ihr solltet eure Augen offen halten, denn mit ganz viel Glück könnt ihr die seltenen goldenen Frösche sehen, die sich in den Bromelien entlang der Wanderwege verstecken. Zudem begegnet ihr Eidechsen, verschiedenen Vogelarten und vielem mehr, Sonnencreme nicht vergessen.

Der Trip war jeden Cent wert und echt atemberaubend! Ihr überfliegt eine wunderschöne Landschaft und die Kaieteur Falls. Wenn ihr Glück habt, dürft ihr in der kleinen Propellermaschine neben dem Captain im Cockpit sitzen und vielleicht mal kurz das Steuer übernehmen. Ich kam mir vor wie in Avatar, als wir den Kaieteur National Park überflogen!

Alternativen:

Eine weitere Möglichkeit die Kaieteur Falls zu besuchen ist ein mehrtägiger Hike, 4-5 Tage einfach. Diesen könnt ihr in einer gebuchten Tour (sehr kostspielig) unternehmen oder auf eigene Faust.

Wir spielten mit dem Gedanken, das richtige Abenteuer zu leben, aber alle Einheimischen rieten uns davon ab und empfahlen uns den Kurztrip. Wir hätten Zelte, Schlafsäcke und Essen mitnehmen müssen, wären ins Ungewisse gefahren und hätten nicht gewusst ob wir von A nach B kommen und zu welchem Preis. Aber hier findet ihr weitere Tipps, sowie die ausführlich beschriebene Tour.

Shell Beach (3-tägiger Ausflug)

Shell BeachDiesen Trip hätten wir uns mal lieber erspart, sowohl finanziell als auch physisch hat sich der 3-tägige Ausflug zum Shell Beach nicht gelohnt.

Der Shell Beach, im Norden von Guyana (Atlantikküste), besteht wirklich aus Muschelschalen (Shell) und ist der ideale Brutplatz für vier Arten der existierenden Meeresschildkröten.

Mit etwas Glück könnt ihr die Weibchen, der Karettschildkröte, die Grüne Shell BeachMeeresschildkröte, die Oliv-Bastardschildkröte oder auch die Lederschildkröte in den Nächten von März/ April – August bei der Eiablage, am 140 km langen Sandstreifen, beobachten. Insgesamt bilden neun Strände den Shell Beach, zu den bekannteren gehören Almond Beach, Gwennie Beach, Tiger, oder Foxes-Beach.

 

Die Riesenschildkröten kommen in der Nacht an Land, buddeln Nester, legen Ihre bis zu 100 Eier ab, verschütten die Nester und begeben sich zurück ins Meer. Von nun an sind die Kleinen auf sich selbst gestellt. Da es immer noch zu Plünderungen der Nester kommt, durch Mensch und Tier, hat sich die Guyana Marine Turtle Conservation Society (Marine Turtle Project) zum Ziel gesetzt, Aufklärung zu betreiben, die Bevölkerung zu sensibilisieren und den kleinen Schildkröten gewisse Hilfestellungen zu geben.

Shell BeachDa es ja bereits das Ende der Saison war, erkundigten wir uns bei unserem Touranbieter Dagron Tours, ob in den letzten Tagen noch Riesenschildkröten gesichtet wurden, dieses wurde bejaht. Wir freuten uns also auf gelegte Eier, schlüpfende Babyschildkröten, die ins Meer watscheln wollen und ihre big Mamas.

Die Tour kostete uns $420 USD und inkludierte den Flug von Georgetown nach Mabaruma und zurück, Transport zum Pier, die Bootsfahrt, Unterkunft vor Ort (2 Nächte), Mahlzeiten inklusive Wasser. Jo, Tommy und ich waren die einzigen Gäste und jeder hatte sein eigenes Zimmer bzw. Bett. Die Räume waren komplett offen und über den Betten hingen Mosquitonetze. Wir zogen es dennoch vor, draußen zu nächtigen, da hier hin und wieder ein Luftzug ging.

In dem Conversation Center gibt es das Wohnhaus der ansässigen Familie inklusive Freiwilliger, ein Koch-und Speisehaus, ein Wohnhaus für die Touristen und gesonderte Dusch- und Toilettenvorrichtungen, kleine Besucher (Frösche) inklusive. Zudem gibt es eine Schule für die Kinder der Region und ein „Krankenhaus“.

Wie schon vorweggenommen, kamen wir nicht in den Genuss, dass Spektakel live bestaunen zu können, nicht eine Schildkröte ließ sich blicken. Und bereits Tage zuvor wurde keine mehr gesichtet, was uns natürlich verärgerte, da uns der Touranbieter ja etwas anderes berichte.

Shell BeachUm uns wenigstens ein bisschen zu bespaßen, ging es mit dem Quad am Strand entlang und wir durften die Fischer beim Fischfang begleiten. Zudem erhielten wir bleibende Andenken. Ich glaube, ich hatte mein Lebtag noch nie so viele Mückenstiche wie am Shell Beach, um die 100 waren es bestimmt. Also gab es statt Schildkröten jede Menge Mosquitos.

James und seine Familie waren sehr nett, und das Essen war auch sehr lecker, was jedoch in keinem Verhältnis zu dem gezahlten Tourpreis stand, da die eigentlich Attraktion leider nicht stattfand.

Diese Tour war mir eine Lehre, ich werde niemals wieder so viel Geld für einen Ausflug zu einem Naturspektakel in die Hand nehmen, die Natur macht halt was sie will. Von Reisenden haben wir erfahren, dass diese Riesenschildkröten, ohne Tour, einfach am Strand von Surinam zu bestaunen sind.

Nach dieser Niederlage ging es dann mit Caribbean Airlines für $ 135 USD von Georgetown – GEO (Guyana) nach to Port of Spain – POS (Trinidad).

Fazit (August 2014)

HibiscusGuyana ist ein sehr schönes Land, jedoch schwieriger zu bereisen, wie andere Länder. Bringt also genügend Zeit mit oder versucht so viel wie möglich im Vorfeld zu buchen.

Gegen die blutrünstigen Mosquitos helfen die üblichen Mittelchen nicht! Deed, Deed und nochmal Deed.. ansonsten habt ihr echt keine Freude und bleibende Andenken in Form von ziemlich hässlichen Narben.

Zudem konnte ich lediglich Geld bei der Scotiabank in Georgetown abheben, wobei US Dollar als Zahlungsmittel überhaupt kein Problem sind. Es herrscht Linksverkehr und es wird davon abgeraten nach Einbruch der Dunkelheit alleine oder in kleinen Gruppen durch Georgetown zu laufen.

Sun setEssetechnisch werdet ihr viele Einflüsse wiederfinden, die indische Küche mit ihren Curry-, Lamm-und Hühnchen-, ebenso wie afrikanische Gerichte Fu-Fu (Kochbananen). In Georgetown haben wir chinesische, kreolische und indische Speisen probiert, und sind natürlich auch dem Fastfood verfallen.

Weitere Infos, die euch interessieren könnten findet ihr beim Auswärtigen Amt.

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