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Kolumbien und seine verlorene Stadt

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Cartagena – Santa Marta – Ciudad Perdida – Quito

Wir kamen eher als erwartet in Cartagena, Kolumbien an und trotz des Feiertages konnten wir relativ schnell von Board und uns auf den Weg zu unserem Hostel machen. Auch dieses Mal steuerten wir das Mamallena an, da wir es im Vorfeld reserviert hatten.

Fünf Deutsche, fünf Amis, eine Schweizerin, eine Kanadierin und zwei Holländer hatten dann noch einen schönen letzten Abend. Am nächsten Tag machten wir uns nach Santa Marta auf. Unserer nächstes Ziel war die vergessene Stadt, besser bekannt unter dem Namen „Ciudad Perdida„.

Die fast vergessene Ruinenstadt, die erst 1975 wiederentdeckt wurde und für Touristen nicht völlig zugänglich ist, liegt ca. 40 km südöstlich von Santa Marta, inmitten der Sierra Nevada de Santa Marta.

Wir buchten 4 Tage und 3 Nächte mit Magic Tour und zahlten $ 600.000 COP. Ein festgeschriebener Betrag pro Tourist geht an die dort lebenden Ureinwohner. Und dank unserer zwei Guides und den persönliche Koch fehlte es uns an nichts, außer hin und wieder ein bisschen Puste. An dieser Stelle sollte fairer Weise erwähnt werden, dass die Tour nicht ohne ist, und man sie nur zu Fuß machen kann oder auf dem Rücken eines Vierbeiners, aber da wir sie geschafft haben, schafft ihr das auch!

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Von Santa Marta aus fuhren wir einige Stunden auf befestigten Straßen, über Stock und Stein, passierten einige Kontrollposten, bis wir schließlich in dem kleinen Dorf Macheté ankamen. Hier findet eine Art Abklatsch statt, wir wurden abgeliefert und andere werden eingesammelt. Ihr Zustand verunsicherte uns ein wenig, da sie sehr erschöpft aussahen. Aber vier Tage später hatten wir dieses fiese Lächeln bei der Begegnung mit den Neuankömmlingen auf den Lippen und waren heil froh wieder Richtung Santa Marta zu fahren, aber nun von Anfang an.

In Macheté erhielten wir also unsere Henkersmahlzeit und dann hieß es loslaufen. Der Treck ist in Summe 46,6 km lang und je nach Tour läuft man am Tag ca. 8-10 km. Unsere Tour begann bei strahlendem Sonnenschein, und zu dem Zeitpunkt waren wir auch noch extrem motiviert den Hike in 4 Tage trotz mangelnder Fitness anzugehen.

Während der ersten Tage wandert ihr durch eine atemberaubende Landschaft, durchquert Flüsse, wünschen uns, dass wir endlich am Ziel sind und haben in Hängematten oder in Hochbetten durch Mückennetze geschützt im Freien geschlafen.

Am 3. Tag hieß es dann Aufstieg zum Endgegner. Dank des Regens war alles extrem schlammig, rutschig und klitschig zugleich, nass waren wir ja eh, aber nun hieß es eine Steintreppe mit ca. 1.200 Stufen zu überwinden. Ohne Zwischenfälle haben wir es nach oben und auch wieder nach unten geschafft und von da an, war alles ein Kinderspiel.
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Aber das schöne Wetter wollte nicht lange anhalten und nach den ersten Metern kamen noch die Höhenunterschiede und der liebe Regen hinzu, und keines wollte ein Ende nehmen, aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen und am Ende haben wir es in 4 Tage, ohne Muskelkater, phantastischem Essen und unserer ersten Nacht in einer Hängematte vollends zufrieden, geschafft! Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, wie gut das kalte Bier in Macheté schmeckte.

Von Santa Marta aus sollte es dann nach Quito gehen, was wir beinahe nicht geschafft hätten

Es fing damit an, dass wir erst mal in den falschen Bus eingestiegen sind, alles kein Problem, wir hatten ja genug Zeit, was das liebe Bodenpersonal von unserer neuen Lieblingsairline Avianca sich wohl auch gedacht hatte. Unfreiwillig wurden erst mal alle anderen Passagiere an uns vorbeigeschleust und wir warteten für ca. 30 Min. brav in der Schlagen. Als wir dann endlich an den Schalter gebeten wurden, wurde uns nach ca. 10 Minuten mitgeteilt, dass wir nachweisen müssten, dass wir Ecuador auch wieder verlassen werden. Was wir nicht wussten.

Leichter gesagt als getan, versucht mal auf die Schnelle ein Busticket ausfindig zu machen und das dann auch noch online buchen, 2013 leider nicht möglich! Wir hatten nur noch knapp eine Stunde Zeit, und diese verging wie im Flug. Steffi hatte es sich mittlerweile hinter dem Avianca Counter bequem gemacht und war kurz davor uns selbst einzuchecken, da sich das Personal von Avianca verdrückt hatte und kein Ansprechpartner mehr auffindbar war! Ca. 30 Min. vor Abflug, bequemte sich dann die Supervisorin zu uns und offenbarte uns, dass ein Busticket nicht ausreichen würde, und wir nur mit gültigem Flugticket eingecheckt werden könnten, was wir selbstverständlich für einen unverschämt hohen Preis am Counter erwerben könnten.

So und nun was machen: Option 1. Flug verpassen und die komplette Planung über den Haufen schmeißen oder Option 2. die Kreditkarte zum glühen bringen!?

Schweren Herzens gab Nina Ihre Kreditkarte aus der Hand und unterschrieb einen Beleg von $ 1.210.200 kolumbianische Pesos, ca. 520 EUR, für nichts. 5 Min. nach eigentlichem Abflug landeten wir dann doch noch in der Maschine inkl. 2 l Wasser da wir durch den Security Check gerannt sind. Über Bogota ging es dann nach Quito, wo wir unserer Restgeld in Burger King investierten, nichts ahnend, dass es auf dem Weiterflug ein Abendessen gab.

Zur Krönung des eh schon so traumhaft verlaufenden Tages, hatte sich Avianca wohl überlegt, uns den Tag so richtig zu versüßen, und Steffis Rucksack einfach in Bogota zu vergessen! Ihr könnt euch vorstellen, wie amüst wir waren!!! Der Rucksack schaffte es dann am nächsten Morgen zu unserer Unterkunft und die Welt schien wieder in Ordnung.

Aber unsere Geschichte mit Avianaca war noch nicht vorbei. Natürlich sind wir in Guayaquil direkt bei Avianca vorbei, aber wie es weiterging könnt ihr im Kapitel Ecuador nachlesen.

Cartagena
Santa Marta & Ciudad Perdida

 

2 COMMENTS

  1. Also erst einmal herzlichen Glueckwunsch zu einem ganz tollen Blog. Sieht echt toll aus. Da hat sich die ganze Arbeit ja echt gelohnt. Dieser Trek ist schon seit Jahren auf meiner Wunschliste. Ich hoffe, dass ich es hinkriege den Trek bald mal zu machen. Aber ich bin ja noch ein bisschen in Sued Amerika. 🙂

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