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La Serena, Valle de Elqui und Pisco Elqui

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Santiago – La Serena

2polloslocos-coquimbo-chileVon Santiago fuhren wir mit Turbus für 5.900 CLP auf direktem Weg nach La Serena. Hier holte uns Felipe, unserer neuer Host ab und es ging direkt weiter zum leckeren BBQ. Jesús, den wir in Santiago kennenlernten, vermittelte uns die neue Bleibe und feuerte erst einmal den Grill an.

La Herradura

Nachdem wir also ein paar Tage in La Herradura gechillt und gedgrillt haben, machten wir uns mit dem Microbus nach Vicuña auf und weiter nach Pisco Elqui. Das Oneway Ticket von Coquimbo nach Pisco Elqui kostete uns 3.000 CLP, die Rückfahrt, gestückelt von Pisco Elqui nach Vicuña und weiter nach La Serena betrug jeweils 2.000 CLP.

Unser Plan war, in Pisco Elqui eine Pisco Tour zu machen und in Vicuña in die Sternewarte von Mamalluca aufzusuchen und die Sterne zu bewundern. Aber wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, verlief alles mal wieder etwas anders.

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Tagesausflug ins Valle de Elqui inkl. Pisco Elqui und Vicuña

2polloslocos-chile15Pisco Elqui, ist ein ganz kleines Örtchen und zugleich das Hauptanbaugebiet der chilenischen Pisco-Trauben.

Nachdem wir nach knapp 3 h endlich im Pisco Elqui ankamen, standen wir vor den verschlossenen Türen der Mistral Destillerie.Vielleicht macht es manchmal Sinn, die Öffnungszeiten im Vorfeld zu checken, Montag RUHETAG!

Also fragten wir nach Alternativen und machten uns dann auf den Weg zur nächten Destillerie Fundo Los Nichos, leichter gesagt als getan, diese liegt nämlich einen kleinen Fussmarsch vom Pisco Elqui entfernt. Nachdem wir bereits 30 Min. liefen reichte es uns und wir hielten den Daumen raus. Ein netter Chilene nahm uns dann bis zu unserem Ziel mit und bot uns an, uns auf seinem Rückweg wieder einzusammeln.

Fundo Los Nichos

Dort angekommen, war die Tour natürlich schon im Gange und wir mussten knapp 30 Min. auf die nächste warten. Steffi freundete sich in der Zeit mit den Haushunden an und hätte sich die morgentliche Dusche auch einfach mal sparen können. Aber dann ging sie los, unsere spanisch geführte Tour durch die Destillerie.

Die Herstellung von Pisco

2polloslocos-chile70Pisco entsteht aus Traubenmost, der junge Wein wird anschließend destilliert. Pisco entsteht aus reinem vergorenem Traubensaft und ist somit ein reines Produkt. Es gibt zwei verschiedene Sorten von Trauben: aromatische Trauben, wie Muskateller, Torontel, Itali, Albilla und nicht aromatische Trauben: Negra Criolla, Uvina, Quebranta, Mollar. Es werden ca. 6-7 kg Trauben verwendet, die dann einen Liter Pisco ergeben. Für gewöhnlich werden Muskatellertrauben verwendet. Bei Fundo los Nichos werden drei Rebsorten verarbeitet Moscatel de alejandria, Moscatel Austria, Pedro Ximénez.

Nach der Destillation in der kupfernen Brennblase, mit aufgesetzter Fraktionierkolonne, beträgt der Alkoholgehalt ca. 60° G.L., welches  identisch mit 60%-Vol. ist. Im Anschluss wird der hochprozentige Pisco auf Trinkstärke reduziert und in Flaschen abgefüllt oder in Fässern zur Reifung eingelagert. Je nach Wasserzugabe wird die optimale Trinkstärke und der Typ des Piscos erzeugt. Im Fundo los Nichos gibt es drei verschiedene Pisco Varianten:

  • Pisco Especial 35 G.L.
  • Pisco Reservado 40 G.L.
  • Gran Pisco 45 G.L.

Es ist eine Minimun 30-tägige Ruhephase der Flaschen vorgeschrieben.

Pisco ist das alkoholische Nationalgetränk in Chile und Peru, in Bolivien trinkt man hingegen eher Singani. Beides mit Vorsicht zu genießen. Über die Ländergrenzen hinaus haben es Pisco Sour und Piscola geschafft, aber vorsicht, das zweitere ist höllisch gefährlich.

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Nachdem wir im Anschluss an die Tour auch noch eine Pisco Variante und ziemlich süßen Wein probiert hatten, machten wir uns auf den „Heimweg“, natürlich sind wir zurück ins Pisco Elqui getrampt und von dort aus haben wir den nächsten Bus nach Vicuña genommen. Falls ihr wie wir einen Tagsesauflug plant, erkundigt euch im Vorfeld nach den Fahrzeiten. In Vicuña wollten wir ja eigentlich die Sterne bestaunen, aber es sollte abermals nicht dazu kommen. Auf unserer Rückfahrt nach Vicuña haben wir noch den schönen, farbenfrohen und mit Wolken versehenen Sonnenuntergang  bestaunt. Ihr könnt euch vorstellen, wie sich das dann auf das Sterne gucken ausgewirkt hat, ganz genau, das Observatorium war geschlossen und wir hatten die Nase voll! Also ging dieses Mal wirklich Richtung Heimat.

Und wenig später hieß es dann Abschied und Abfahrt zurück nach Santiago.

 Hintergrund:

Wie sind wir nach La Serena gekommen?

Es war einer dieser Abende in Santiago, die wir wohl so schnell nicht vergessen werden. Dank eines unserer Couchsurfing Hosts Tom, haben wir einen Kontakt in Santiago bekommen. Da Kifo jedoch auf dem Lollapalooza arbeite, hinterließ er uns den Schlüssel in einem Minimarkt und warnte uns zugleich vor, dass er aktuell keinen Strom hätte, dieser aber im Laufe des Abends wieder eingeschaltet werden solle.

Bei Tageslicht erreichten wir die Wohnung und entschlossen uns ein paar Dinge für das Abendessen einzukaufen. Gegen Einbruch der Dunkelheit kehrten wir zurück in die Wohnung. Natürlich hatten wir im Vorfeld alles gegengecheckt und waren uns sicher, dass sowohl der Ofen, als auch der Herd funktioniert, mal ganz abgesehen von der Elektrizität. Doch damit lagen wir leider nicht ganz richtig. Wir setzten die Stirnlampen auf, schalteten das Gas ein, öffneten das erste kühle Bier und begannen bei schwacher Flamme das Abendessen zuzubereiten. Nach knapp zwei Stunden kam dann der nette man von den „Stadtwerken“ und schaltet den Strom wieder ein. Er schaute und zwar etwas verwirrt an, als wir auf die Frage, wie der Mieter dieser Wohnung heißt nur den Spitznamen wussten. Aber gut…so ist das manchmal.

Als wir zum frische Luft schnappen vor die Tür gingen, lernten wir weitere nette Chilen kennen und entschlossen uns mit Ihnen das ein oder andere Bier zu trinken und nach wenigen Minuten war klar, dass wir einen Schlafplatz in La Serene, Coquimbo hatten.

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