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Bolivianische Highlights: Von Rurrenabaque bis Huayna Potosi

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La Paz – Death Road – Huayna Potosi – Cochabamaba – Potosí – Sucre – La Paz – Rurrenabaque – La Paz – Cochabamba – Calchane (Grenze) – Iquique (Chile)

Es ging nach dem Colca Canyon zurück nach La Paz, wo die Death Road (Yungas-Straße) und der Huayna Potosi auf uns warteten, sowie weitere Highlights unserer Reise.

Da sich Jan mittlerweile von uns erholt hatte und der Beschützerinstinkt in ihm geweckt wurde, verließ er Cochabamba und begleitete uns auf den nächsten Abenteuern.

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Death Road

Die Death Road oder auch Camino de la Muerte genannt galt als gefährlichste Straße der Welt und wir haben sie mit bis zu 60h/km down hill bezwungen und insgesamt 3.600 Höhenmeter hinter uns gelassen. Okay Jan hat bestimmt 80h/km drauf gehabt, aber Steffi und ich haben es vorgezogen die Landschaft zu genießen..;). Morgends froren wir und mittags wärmte und die Sonne. Wir entschieden uns diese Tour mit El Solario zu machen und können diese wirklich weiter empfehlen, bis auf die Foto CD am Ende-nun gut sie sind super Fahrradfahrer, keine Fotografen 🙂

Huayna Potosi

Und nun kommen wir zu dem Teil, wo wir uns nach wie vor fragen, ob wir größenwahnsinnig waren oder uns die Höhe vielleicht nicht bekommen ist. Die Besiegung des Huayna Potosis.

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Wir hatten uns in den Kopf gesetzt, ohne jegliche Bergsteigererfahrung diesen Schneeberg zu besteigen, naja Übermut tut selten gut. Es war eine der extremsten und gleichzeitig einzigartige Erfahrungen die wir beide je gemacht haben. Unser „Endgegner“ wie wir ihn liebevoll nannten brachte uns an unsere Grenzen, aber es war jede Anstrengung wert. Leider muss an der Stelle gesagt werden, dass wir es nicht bis auf die 6.088 m geschafft haben. Kaum Schlaf und 50-60 cm Neuschnee, der jeden Schritt gefühlt viermal so schwer machte liess uns nicht bis an die Spitze kommen, aber wir haben es beide über die 5.500 m geschafft und für Laien, gar nicht mal so schlecht. Die Tour ging 3 Tage und man übernachtet in zwei unterschiedlichen Basecamps. Die Unterkünkte sind einfach, aber ausreichend. Geschlafen wird in einem großen Schlafsaal, und wer denkt hier duschen zu können, versucht das mal bei Minusgraden:) Wir buchten die Tour bei ALTITUD 6000, wir hatten 2 Guids, super Essen und eine Menge Spass. Das benötigte Equipment wurde uns zur Verfügung gestellt, inclusive Eispickel der auch zum Einsatz kam.

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Nach diesem wahnsinnigen Abenteuer war Nina für 1 Woche in Deutschland und Steffi hat in Cochabamba die Stellung gehalten. Nach knapp 3 Wochen Cochabamba, wo wir bei Jan wohnten ging es weiter nach Potosí, Sucre und Rurrenabaque (Pampas).

Potosí

Also sind wir, wie sollte es auch anders sein, im Nachtbus nach Potosí gefahren, kamen um 6 Uhr morgens an, haben erst mal 4 Stunden im „Video-Zimmer“  eines Hostels geschlafen und danach die Stadt besichtigt. Als wir zurückkamen haben wir dann erfahren, dass es kein Zimmer für uns gibt. Bestätigung-tja bringt in dem Fall nichts. Also sind wir ins nächste Hostal umgezogen und dank Steffis Spanisch-Künsten…ja wir machten keinen Sprachkurs in Cochabamba durfte Nina eiskalt duschen… im Nachhinein kam raus, dass das warme Wasser lediglich 10-15 Min braucht…:)

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2polloslocos-bolivien270Am Tag darauf ging es in die Minen von Potosí. Diesbezüglich können wir nut zwingend den Film: The Devil´s Miner empfehlen. Die Tour buchten wir über unser Hostal. Auf dem Markt nahe der Mienen kauften wir kleine Präsente für die Minenarbeiter: Kokablätter, 96% Alkohol, Saft und wie sollte es anders sein Sprengstoff. Uns wurde gesagt, dass Potosí der einzige Ort auf der Welt sei, wo man legal Sprengstoff kaufen dürfe. Nun ja ein Präsent haben wir einbehalten und nahmen es mit nach Cochabamba. Die restlichen Präsente gaben wir an die Mienenarbeiter weiter oder opferten sie dem Tio, dem „Gott der Unterwelt“, den die Mienenarbeiter durch Opfergaben gnädig stimmen möchten. Die Mienen sind eng und dunkel, wir hielten uns hauptsächlich in einem Nebenarm auf, wo nur noch wenige Arbeiter Mineralien zu Tage fördern. Silber gibt es schon lange nicht mehr, man sagt mit dem früher zu Tage geförderten Silber hätte man eine Brücke von Spanien bis nach Bolivien bauen können- aus Silber, versteht sich.

Am Abend sind wir nach Sucre gefahren, Fahrzeit 4 Stunden. Hier haben wir uns tagsüber das Städtchen angeschaut und sind abends, jawohl im Nachtbus, zurück nach Cochabamba.

Rurrenabaque / Pampas

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Wir hatten nicht mal 12 Stunden und es ging im Nachtbus nach La Paz, von wo aus wir am nächsten Tag nach Rurrenabque geflogen sind (Airline: Amaszonas). Vergkichen mit dem Huayna Potosí liegen fast 6000 Höhenmeter dazwischen. Gebucht haben wir über den Reiseanbieter República Tours in La Paz, es war ein Kombiangebot Flug und Tour für etwa 180 Euro pro Person. Wenn Ihr es nicht so kurzfristig wie wir plant, sind die Flüge auch noch günstiger. Aber plant am besten immer ein wenig Puffer ein, wenn Ihr ein Weiterreiseticket habt, da wir ihr gleich lesen werdet, die Flüge in und aus dem Dschungel auch gerne mal verschoben werden, und wie in unserem Fall um einen ganzen Tag.

2polloslocos-bolivien62Mit diesem besagten Morgen fing unsere Glückssträhne an… In der Nacht haben wir erfahren, dass unserer 1. Flug gecancelt wurde, also mehr Zeit am Flughafen für Frühstück & Co. In Rurrenabque ging es dann im 4×4 ca. 3 Stunden über Stock und Stein Richtung Amazonas. Leicht durchgeschüttelt bekamen wir ein Mittagessen und wenig später ging es auf das Boot, auf dem 10 Personen platz finden. Wir fuhren 3 weitere Stunden durch die Gewässer der Pampas. Hier haben wir Vögel, Krokodile, Schildkröten und andere noch nie zuvor gesehene Wasserschweine (Capybaras) gesehen.

Am nächsten Tag haben wir uns auf die Suche nach Anacondas gemacht. Da wir überleben, haben wir leider keine lebende gesehen. Im Anschluss schwammen wir mit pinken Delphinen, Krokodilen und Piranhas und hatten keinen blasen Schimmer was unter oder neben uns war (angeblich halten die Delphine die anderen „Mitbewohner“ davon ab dem Menschen zu nahe zu kommen, wir glaubten es mal…) Am letzten Tag haben wir bewiesen, dass wir es mit jedem Fisch aufnehmen können, wir haben nämlich fleißig Piranhas geangelt, aber nicht verspeist. Und somit war unsere Pampas-Tour auch schon wieder zu Ende und es ging im Boot und Bus zurück nach Rurrenabque.

Hier sollte am nächsten Morgen unsere Maschine zurück nach La Paz gehen.. denkste.. vier weitere Flugstornierungen später war uns klar, dass wir noch eine Nacht länger im Dschungel bleiben dürfen. Die Airline gab uns eine Entschädigung, um die Kosten für die Unterkunft zu bezahlen. Die Kosten der Umbuchung für unseren Weiterflug mussten wir selbst tragen. Am kommenden Morgen durften wir dann ausfliegen, und wie sollte es anders sein hatte unser Flug von La Paz nach Cochabamba ebenfalls 2 Stunden Verspätung. Zu erwähnen wäre an dieser Stelle noch, dass wir kurz vorher erfahren hatten, dass unser Flug von Calama nach Santiago de Chile gestrichen wurde und wir uns für 2 Tage vorher oder 3 Tage später entscheiden mussten. Also Ihr seht etwas Puffer kann ie schaden:) In Cochabamba angekommen hatten wir dann noch knapp 24 h, um uns dann auf die Weiterreise nach Chile zu begeben.

Und ab hier wird es mehr als absurd: Von Cochabamba aus ging es in Richtung Calchane (Grenze) und dann weiter nach Iquique. Steffi hatte sich kurz vor Abreise überlegt, alleine weiter zu reisen…, sie ist versehentlich in den falschen Bus eingestiegen und dieser setze sich bereits in Bewegung. Nach knapp 12 Stunden kamen wir an der Grenze (Bolivien-Chile) an, mussten noch knapp 4 Stunden warten bis jedes Gepäckstück kontrolliert wurde und jeder im Bus seine zwei Stempel hatte und dann ging es weiter nach Iquique. Denkt daran, keine frischen Lebensmittel mit einzuführen bzw. anmelden, so konnten wir legal eine Salami mit nach Chile nehmen.

Huayna Potosi
Potosi & Sucre
Rurrenabaque