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Venezuela, mein persönliches Highlight

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Vielleicht wundert ihr euch warum ich mir genau Venezuela rausgesucht habe, und dann auch noch alleine, aber trotz diverser Warnungen und einiger Zweifel, bereue ich nicht eine Minute in diesem atemberaubenden Land.

Vorab: nehmt ausreichend USD mit ins Land, auf dem „Schwarzmarkt“ bekam ich unverschämt gute Wechselkurse, um ein Beispiel zu nennen, ein Bier gab es schon für umgerechnet 30 Cent.

Isla de Margarita

Mein erster Stopp zum „akklimatisieren“ war die Isla de Margarita. Von Trinidad (POS) ging es mit Conviasa (oftmals Seitenfehler auf der Homepage) nach Porlamar (PMV) und hier wurde ich von Jorge nach 7-stündiger Verspätung am Flughafen abgeholt und direkt zur Posada Los Mangos gefahren. Hier angekommen, konnte ich meinen Augen nicht trauen: ein DZ mit TV, Klimaanlage und Fan plus eigenem Bad für nur $15 USD die Nacht, es war traumhaft. Die Posada ist der perfekte Ort um sich zu entspannen, durchzuatmen um sich auf das Abenteuer Venezuela vorzubereiten. El Cardón, ist ein kleines Fischerdorf, viel gibt es nicht aber Bier um die Ecke und einen kleinen Supermarkt für das Nötigste. Allerdings solltet ihr euch vorher mit Kosmetika eindecken. Jorge kennt die Insel wie kein anderer, und bietet seine Taxidienste an, Tati zaubert euch leckeres traditionelles Frühstück und mit Paul wird euch nie langweilig. Alle drei sind super hilfsbereit und stehen euch mit Rat und Tat zur Seite. So wurden aus drei geplanten Nächten ganze 7.

Während dieser Zeit habe ich neben der Ice Bucket Challenge (natürlich mit Salzwasser), eine Jeep-Safari (1500 Bolivar) unternommen und mir folgende Sehenswürdigkeiten auf der Isla Margarita angeschaut: Castillo Santa Rosa in La Asunción, die Kirche der Jungfrau vom Tal „Virgen del Valle“, vorbei an den schönsten Stränden der Insel, wie Playa Parguite, Playa El Agua und Playa Caribe.

Im Nationalpark La Restinga angekommen, folgte eine 30-minütige Bootsfahrt durch die Mangrovenwälder der Lagune. Durch die Wüstenregion von Macanao führt die Tour anschließend „Off Road“ zum Playa Punta Arenas wo wir zu Mittag aßen und letztendlich eine Runde planschen durften. Zum Abschluss ging es zum Fortin de la Galera in Juan Griego zum Sonnenuntergang. Es wurde noch ein kleiner Zwischenstopp auf einen Coco Loco (frischer Kokosnuss Milchshake optional mit Rum) eingelegt, bevor es zurück zum Hotel ging. Die Tour beinhaltete das Mittagessen und Erfrischungsgetränke.

Des Weiteren habe ich diverse Spaziergänge zu anderen Stränden und einen Segeltrip auf die Insel Cubagua mit Infinito (1.575 Bolivar) unternommen.

Bei Los Roques musste ich leider passen, dafür hat die Zeit nicht mehr gereicht.

The Mainland

Von Porlamar (PMV) ging es dann nach Puerto Ordaz (PZO), für 1.700 BSF, wo ich von Jochen, einem Freund von Martin) für 1.400 BSF nach Ciudad Bolivar gefahren wurde. Den Flug sowie alle weiteren Touren buchte ich über die Posada Don Carlos mit Martin Haars (Deutscher). Hier übernachte ich auch und ließ auch all mein überflüssiges Gepäck wegsperren. Die Nacht im Doppelzimmer kostete 500 Bolivar pro Person.

Salto Angel besser bekannt als Angel Falls

Am nächsten Morgen ging es in einer kleinen 5-sitzigen Cessna, über die Gran Sabana, direkt weiter in Richtung Nationalpark Canaima, die Base für die Angel Falls, von wo aus wir die Lagune und fünf weitere Wasserfälle erkundeten. An den ersten vier fahrt ihr im Einbaum vorbei: Hacha, Waidama, Golondrina und Ucaima Wasserfall und am Nachmittag ging es dann hinter den Salto Sapo Wasserfall, ein riesiger „Wasservorhang“. Ich empfehle euch, unbedingt Badesachen und wasserdichtes Equipment mitnehmen. Am späten Nachmittag gab es Abendessen und genächtigt wurde in kleinen Bungalows. Canaima bietet nicht wirklich viel, je nachdem mit welchem Anbieter ihr die Tour bucht und was ihr dafür bereit seit zu zahlen, schlaft ihr einfach oder luxuriöser direkt vor der Lagune.

Am folgenden Tag ging es im Einbaum, relativ früh, über den Carrao Fluss und nach ca. 5-6 Stunden erreichten wir in den sexy orangen Schwimmwesten, dann das Camp der Angel Falls. Unterwegs legten wir vereinzelte Stops ein, Mayupa Rapids (kleine Schnellstelle), wo wir das Boot verließen und nach einem kleinen Marsch wieder bestiegen. Vergnügten uns in einem Wasserfall auf dem Weg und aßen auf einer „Sandbank“ zu Mittag. Am Camp angekommen, ging es direkt weiter, und nach einem ca. 1 stündigen Aufstieg erreichten wir den Aussichtspunkt „Laime’s Lookout“ und die Pools, in denen ich meine Sonnenbrille verlor… ;(

Und da stand ich nun, vor dem höchsten freifallenden Wasserfall der Erde und war irgendwie ein bisschen enttäuscht. Irgendwie hatte ich mehr erwartet, versteht mich nicht falsch, der Anblick war beeindruckend, aber irgendwie hat es mich nicht umgehauen… Nach knapp einer Stunde hieß es Abstieg und Hängematte platzieren. Ja, ganz recht, die Nacht verbrachten wir bei Regen in Hängematten. Meine Nacht war also ein Traum…Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück zurück nach Cainama und weiter nach Ciudad Bolivar.

Die dreitägige Tour inklusive Transport und Verpflegung kostete mich $ 231 USD bzw. 185 EUR. Da Martin nach wie vor sein deutsches Konto hat, konnte ich ihm den Betrag in Euro überweisen.

Bis dato gab es leider keine Möglichkeit von den Angel Falls „direkt“ zum Tafelberg Roraima zu gelangen, obwohl sie so nah beieinander sind.

 

Der atemberaubende Tafelberg Roraima

Nun ja stellt euch vor, ihr lest einen Artikel „places to visit before you die„, kenn ich, war ich und ach ja, da möchte ich gerne noch hin, ein Tafelberg namens Mount Roraima, der aus den Wolken hervorragt und ihr denkt euch, da muss ich hin. Im nächsten Moment platzt der Traum, da das Ding im Süden von Venezuela steht. Nun ja, einige Jahre später sitze ich also vor meinem Laptop und denke mir, now or never, wenn ich schon mal hier bin, wird das Ding einfach mitgenommen und bestiegen und so geschah es.

Da ich etwas unter Zeitdruck stand und ja noch so viele andere Dinge in Venezuela machen wollte, musste ich mich spurten und entschloss mich, die 6-tägige Roraima-Trekkingtour, am nächsten Tag zu starten. Also ging es am gleichen Abend per Nachtbus (für 600 Bolivar) nach Santa Elena, von wo aus die Tour startete. Vom Busterminal nahm ich ein Motortaxi für 50 Bolivar zum Office von Backpacker-Tour (u. Und von hier aus ging es in Richtung Mount Roraima. Kleiner Hinweis, die Buspreise via „Schlepper“ in Ciudad Bolivar und sonst wo in Venezuela können sehr variieren.

Bilder sagen mehr wie tausend Worte, aber der Hike war jede Mühe wert. Die Eindrücke, die ihr unterwegs einfangt sind atemberaubend. Es war einer der schönsten, wenn auch längsten Hikes, die ich binher unternommen habe. Aber ihr solltet gut eingelaufene Schuhe haben, denn die braucht ihr.

Für gewöhnlich tragen Schlepper die Zelte, das Essen und diverses Equipment, aber ihr euren Schlafsack, Isomatte (die ihr leihen könnt) und alles was ihr sonst noch mitnehmen wollt und tragen könnt. Nehmt bloß nicht zuviel mit, ihr müsst es alles tragen. Ich hatte einen kleinen Rucksack in den alles reingepasst hat. Das Wasser könnt ihr unterwegs auffüllen, aber ihr solltet schon eine 1,5 l- 2 l Flasche mitnehmen und vielleicht noch eine kleine. Müsli- und Powerriegel sind auch nicht verkehrt und bedenkt, dass es regnen kann und nachts feucht ist, also 2-3 Shirts sind nicht verkehrt, wenn ich nicht über den ganzen Zeitraum verschwitzt rumlaufen wollt. Mückenzeug, welches hoffentlich hilft… denn im ersten Camp „Puri Puri Land“ lauern die fiesesten und unberechenbarsten Stechmücken, die ich nach Shell Beach (Guyana), erlebt habe. Und für alle die Probleme haben sollten in freier Natur Wasser zu lassen, lasst euch was einfallen, es gibt nur euch und die freie Natur. Hier findet ihr den Ablauf zur Bergbesteigung.

Die Tour kostet mich $250,60 USD bzw. 195 EUR inkl. Verpflegung via Posada Don Carlos.

Merida, das Outdoorparadies

Valencia EdgarMit dem Nachtbus (550 Bolivar) ging es von Santa Elena zurück nach Ciudad Bolivar und von dort aus am nächsten Tag via Valencia (Busticket 600 Bolivar) nach Merida (Busticket 446 Bolivar). Im August 2014 konnte man leider nur Etappenweise buchen und nicht die ganze Strecke bis zum Zielort, auch wenn es beim selben Unternehmen war. Was gar nicht so schlimm war, da ich Edgar einen alten Bekannten aus Buenos Aires wiedertraf.

In Merida mieten wir uns in der Posada Alemania ein, 11er-Dorm für 180 Bolivar/ Nacht, und aufgrund unserer netten Zimmergenossen ging es am nächsten Tag direkt weiter in Richtung Catatumbo Gewitter im Maracaibo-See mit Catatumbo Xtreme Tour für 5.000 Bolivar – 3 Tage/ 2 Nächte.

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Am frühen Morgen ging es mit dem Jeep von Merida nach Puerto Concha, vorbei an Bananen- und Coca-Plantagen, Weiden, Dörfern und unter anderem einer Zuckerrohrplantage, auch „Trapiche“genannt. Am „Hafen“ stiegen wir in zwei Fischerboote und schon ging es auf dem Wasser weiter durch Mangrovenwälder, vorbei an Affen, exotischen Vögeln und hinaus auf den „offen“ See. Der Maracaibo Lake ist der größe See in Südamerika und ist mit dem Golf von Venezuela verbunden.

Wir dachten, wir seien mit ausreichend Rum ausgestattet, den wir mehr oder weniger auf dem Weg zu unserer schwimmenden Bleibe vernichteten, was dazu führte, dass wir uns nach und nach in den Maracaibo See fielen ließen und „gerettet“ werden mussten zur Freude der Fischermänner die uns fuhren. Als wir schließlich unser „Hausboot“ auch Palafito (Pfahlbau) genannt, erreichten, sahen wir bereits die ersten Lightnings, was aber wohl mehr unserem Zustand geschuldet war, wie dem Naturereignis. Wie ihr euch vorstellen könnt, haben wir alle wenig Erinnerungen sowie Bilder von der ersten Nacht… ich möchte gar nicht an die Nacht in der Hängematte zurückdenken.. und meinen schwimmenden Reisepass…

Unser Palafito gehörte zu dem Dorf Congo Mirador und ist komplett auf Stelzen, auf dem Wasser, gebaut. Unser Guide bereiteet uns in den nächsten Tagen die Speisen zu und die Fischermänner fuhren uns zu unseren Ausflugszielen, wo wir immer mal wieder im Wasser landeten. Um die Pfahlbauten herum solltet ihr jedoch aufpassen, auch wenn es extrem flach ist, da sich dort Stachelrochen aufhalten und es hin und wieder zu Unfällen kommt. Zudem würde ich euch davon abraten, da die Abwasser direkt in den See fließen. Ansonsten chillten wir in den Hängematten und genossen die Ruhe, von der wir am dritten Tag dann endgültig genug hatten. Das Nachbardorf Ologa besuchten wir auf der Suche nach mehr Rum und Bier und fanden lediglich ein Faultier und jede Menge Mücken, wurden aber trotzdem mit einen wunderschönen Sonnenuntergang belohnt. Die Rückreise kam mir dreimal so lang vor, da ich völlig übermüdet war und wir einfach nicht ankommen sollten.

 

Wunderschöne Bilder könnt ihr bei Alan Highton sehen, der ebenfalls Touren anbietet.

Aufgrund des aufkommenden Gruppenzwangs ließ ich mich dann noch zum Paragliding überreden und von Merida ging es dann zurück nach Valencia mit Expresso Flamingo für 406,50 Bolivar plus 400 Bolivar extra Kommission, diese fiesen Halsabschneider.

Chichiriviche, karibisch schön

Von Valencia ging es in 2,5 Stunden nach Chichiriviche (150 Bolivar), meiner vorletzten Station in Venezuela. Ein kleines Dörfchen, mit seinen vorgelagerten traumhaft schönen Inseln und Stränden, die ihr per Boot erreichen könnt. Im Chichiriviche bekommt ihr Kühlboxen, Backwaren, Obst und kalte Getränke, die ihr zu eurem Inselhopping mitnehmen könnt oder ihr vereinbarten einen einfachen Roundtrip mit Abholzeit. Unsere einfache Inseltour kostete für 3 Personen 700 Bolivar, das Inselhopping 3000 Bolivar. Genächtigt wurde in der PosadaVilla Gregoria im 3-Bettzimmer für 250 Bolivar/ p.P/ Nacht. Das Restaurant Turilla wurde zu unserem Stammlokal und ist sehr zu empfehlen (Stand September 2014).

Aufgrund meines Ausfluges aus Kolumbien musste ich mich dann auch schon weiter machen.

Maracaibo, die „Grenzstadt“

Von Chichiriviche ging es nach Tucuba für 50 Bolivar und dann weiter nach Maracaibo für 220 Bolivar. Da wir spät abends ankamen und am nächsten Tag mit einem Por Puesto (Sammeltaxi) zur kolumbianischen Grenze wollten, verbrachten wir die Nacht in einem „Stundenhotel“ am Busbahnhof, 520 Bolivar fürs DZ, da wir keinerlei Interesse hatten die Gegend zu erkunden oder irgendwelche anderen Unterkünfte anzufahren.

Grenzübergang: Venezuela nach Kolumbien via Maracai

Unser Grenzübergang gestaltete sich wie folgt:

Chris und ich stiegen mit zwei anderen, früh morgens am Busterminal Maracaibo in ein Por Puesto, welches uns bis zur Grenzen gebracht hat und auf der anderen Seite auf uns wartete und uns schließlich weiter nach Maracai fuhr. Der Transport kostete 600 Bolivar pro Person. Zwischendurch stoppten wir um Essen und Getränke (natürlich Rum) zu kaufen und führten die Fahrt danach weiter. Anfangs waren wir ein bisschen skeptisch, ob das alles so klappen würden, aber es war überhaupt kein Problem, wir wurden nirgends aufgehalten und mussten auch niemandem extra Geld bezahlen um durch eine Straßenblokade zu gelangen. An der Grenze legt ihr euren Pass vor, bekommt einen Stempel und weiter gehts.

Von Maracai ging es dann mit einem Bus für 20.000 columbianischen Pesos nach Santa Marta, wo wir irgendwo  an einer Tankstelle rausgeschmissen wurden und uns dann ein Taxi in die Stadt nahmen.

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